Jeder von uns hat schon einmal den Deckel eines Konservenglases aufgedreht und dieses vertraute „Klick“ gehört – ein Zeichen dafür, dass der Inhalt seit der Abfüllung sicher verschlossen war. Doch wie kommt es eigentlich, dass Säfte, eingelegtes Gemüse oder Babynahrung im Glas über Monate oder sogar Jahre haltbar sind, und trotzdem oft „wie frisch gemacht“ wirken?
Entscheidend für eine längere Lebensdauer von Lebensmitteln ist kontrollierte Hitzeeinwirkung – manche kennen das vom Einkochen zu Hause. Die Lebensmittelindustrie nutzt diesen Effekt auch, aber natürlich in viel größerem Maßstab. Dabei kommen vor allem drei spezialisierte Methoden zum Einsatz: Heißabfüllung, Pasteurisation und Sterilisation. Sie unterscheiden sich in Temperatur, Dauer und Einsatzbereich – und stellen jeweils hohe Anforderungen an die Hygiene und an die Verpackung. Unterm Strich gilt: Je empfindlicher das Produkt und je geringer sein Säuregehalt, desto intensiver muss die Wärmebehandlung sein.
Heißabfüllung: kurz erhitzt, lange haltbar
Bei Lebensmitteln mit niedrigem pH-Wert – also hohem Säuregehalt – und gleichmäßiger, eher flüssiger Konsistenz, wird häufig die sogenannte Heißabfüllung genutzt. Das trifft beispielsweise auf viele Fruchtsäfte und Smoothies oder Fruchtpürees zu. Sie werden dazu kurz auf etwa 85 bis 95 Grad erhitzt – eine Temperatur, die ausreicht, um die meisten unerwünschten Mikroorganismen abzutöten. Direkt im Anschluss werden sie heiß in Flaschen oder Gläser abgefüllt und verschlossen. Beim Abkühlen entsteht im Inneren ein Unterdruck: Der Deckel sitzt fest, Luft und Keime von außen bleiben draußen. Flaschen aus Glas bleiben bei diesem Prozess formstabil und nehmen die Wärme nicht übel. Im Gegenteil: Die im Material gespeicherte Restwärme unterstützt die Keimreduzierung an der Innenwand des Behälters. Ein Effekt, der ohne zusätzliche chemische Konservierungsstoffe auskommt. So können Farbstoffe, Aromen und Vitamine weitgehend erhalten bleiben.
Pasteurisation: schonende Wärme unter Verschluss
Ein weiteres häufig genutztes Verfahren ist die Pasteurisation. Sie wird etwa bei Milchprodukten, eingelegtem Gemüse, Saucen oder Konfitüren eingesetzt. Anders als bei der Heißabfüllung wird hier das bereits verschlossene Gefäß erhitzt – meist in Heißwasserbädern oder Dampfkammern bei 70 bis 100 Grad. Ziel ist es, Keime so weit zu reduzieren, dass das Produkt deutlich länger haltbar wird, ohne dass Textur und Geschmack verändert werden. Damit das zuverlässig funktioniert, muss sich die Wärme gleichmäßig verteilen. Verpackungen mit guter Wärmeleitfähigkeit und stabiler Form – etwa Glasbehälter – unterstützen das: Sie ermöglichen eine gleichmäßige Erhitzung und bleiben auch nach mehreren Wärmezyklen dicht. Zudem behalten sie ihre Eigenschaften auch in kalter Umgebung. Das spielt insbesondere bei empfindlichen Produkten im Kühlregal, wie z.B. Frischmilch oder Joghurt, eine Rolle.
Sterilisation: extra Sicherheit für empfindliche Lebensmittel
Für sehr sensible Produkte, wie Babygläschen, Fleischkonserven oder bestimmte Fertiggerichte, reicht Pasteurisation oft nicht aus. Hier kommt die Sterilisation ins Spiel. Die verschlossenen Behälter werden dabei in speziellen Druckbehältern, sogenannten Autoklaven, auf etwa 110 bis 140 Grad erhitzt. Gleichzeitig herrscht ein erhöhter Druck. Diese Kombination sorgt dafür, dass auch widerstandsfähige Mikroorganismen abgetötet werden und das Produkt über lange Zeit sicher bleibt. Die Verpackung muss dafür hohen Temperaturen und Druck standhalten, ohne sich zu verformen oder mit dem Inhalt zu reagieren. Glas ist dabei temperaturbeständig und praktisch inert, das heißt, es gibt keine Stoffe an den Inhalt ab und nimmt auch keine Aromen an. Das ist vor allem bei Rezepturen wichtig, die ohne Zusatzstoffe auskommen sollen und deren Geschmack möglichst unverfälscht bleiben soll.
Was das für Verbraucherinnen und Verbraucher bedeutet
Wer schon einmal zu Hause eingekocht hat, kennt das Prinzip: Erhitzen allein reicht nicht – entscheidend ist, dass im Prozess und danach alles sauber und sicher verschlossen bleibt. In der industriellen Haltbarmachung ist das genauso. Die Verpackung muss Hitze und Temperaturwechsel aushalten, dauerhaft dicht bleiben und den Inhalt unverändert bewahren. Deshalb findet man thermisch haltbar gemachte Lebensmittel besonders oft in der Glasverpackung. Praktisch im Alltag: Man erkennt den Inhalt auf einen Blick – im Supermarkt genauso wie später im Vorratsschrank.
Wenn man diese drei wichtigsten thermischen Konservierungsverfahren kennt, lassen sich Haltbarkeit und Lagerung von Lebensmitteln besser einordnen: warum manche Produkte ungekühlt ins Regal können, andere aber in den Kühlschrank gehören. Haltbarkeit entsteht nicht zufällig, sondern durch präzise gesteuerte Wärme – und durch eine Verpackung, die das zuverlässig mitträgt.
Verpackungen aus Glas
Glas begleitet uns täglich. Und das aus gutem Grunde, denn Glas ist als wiederverwertbares Verpackungsmaterial heutzutage nicht mehr wegzudenken und bewährt sich in der Menschheitsgeschichte bereits seit neuntausend Jahren als Werkstoff. Dank Glas behalten unsere Lebensmittel und Getränke unverfälscht ihren Geschmack, Nährstoffe und Vitamine bleiben erhalten und die Kohlensäure in Getränken kann nicht entweichen. Glasverpackungen sind praktisch inert und gehen somit keine Wechselwirkung mit ihrem Inhalt ein. Doch nicht nur Lebensmittel werden dank Glas geschützt und konserviert. Neben hochwertigen Verpackungen für Kosmetika liefert uns Glas außerdem die perfekten Eigenschaften, um pharmazeutische Produkte sicher aufzubewahren. Glas eignet sich auch als Marketinginstrument, denn Glasverpackungen können in vielen unterschiedlichen Farben hergestellt und individuell geformt und veredelt werden. Somit bieten sie die Möglichkeit, sich von der Konkurrenz abzuheben. Glas wird außerdem fast ausschließlich aus natürlichen Rohstoffen hergestellt, es lässt sich wiederverwenden und zu 100 Prozent recyceln. Damit ist Glas nicht nur gut für uns, sondern auch für die Umwelt.
Das Aktionsforum Glasverpackung
Das Aktionsforum Glasverpackung ist eine im Jahr 2000 gegründete Initiative der Behälterglasindustrie in Deutschland und Teil des Spitzenverbandes der deutschen Glasindustrie, dem Bundesverband Glasindustrie e. V. Das Aktionsforum Glasverpackung kommuniziert die vielen Alleinstellungsmerkmale und Vorteile der Glasverpackung gegenüber Verpackungsentscheidern und der Öffentlichkeit und ist darüber hinaus erster Ansprechpartner in Deutschland für alle Fragen rund um den Verpackungswerkstoff Glas. Zu den wichtigsten Informationsmedien zählen die Website www.glasaktuell.de und der regelmäßig erscheinende Newsletter GLASKLAR, den Interessierte über die Website kostenlos abonnieren können. Das Aktionsforum Glasverpackungen ist außerdem auf LinkedIn aktiv – folgen Sie uns gerne!
