Spitzenprogramm beim Trendtag Glas 2025 in MünchenRund 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer kamen am 13. November 2025 in München zum 18. Trendtag Glas zusammen. Auf dem Programm standen hochaktuelle Impulse aus Wirtschaft und Handel sowie praxisnahe Einblicke rund um Glas, Regulierung und Sicherheit. Offiziell eröffnet wurde der Trendtag Glas 2025 im Kohlebunker der Motorworld München per Videogruß von Dr. Florian Herrmann, Leiter der Bayerischen Staatskanzlei und Staatsminister für Bundesangelegenheiten und Medien. Er überbrachte herzliche Grüße der Bayerischen Staatskanzlei sowie von Ministerpräsident Dr. Markus Söder. „Die Behälterglasindustrie braucht bessere wirtschaftliche Rahmenbedingungen“ Für das Aktionsforum Glasverpackung ergriff Karsten Fuchs, neuer Vizepräsident des Bundesverbands Glasindustrie e.V., das Wort. Er schilderte die aktuell angespannte wirtschaftliche Situation der Behälterglasindustrie in Deutschland. Maßgeblich verantwortlich dafür seien die allgemeine Konsumstimmung und die hohen Energiekosten. Die Einführung eines Industriestrompreises wertete Fuchs als gutes Signal, das Grund zur Hoffnung gebe. Der Bundesverband Glasindustrie e.V. setzt sich intensiv dafür ein, die Rahmenbedingungen für die Produktion von Glas so zu gestalten, dass sie am Standort Deutschland weiterhin möglich ist. Wie kommt Deutschland wieder zu Wachstum? Dieser Frage widmete sich Professor Dr. Dr. h.c. Clemens Fuest, Präsident des ifo Instituts, in seinem Vortrag „Die deutsche Wirtschaft: Wende oder Krise ohne Ende?“. Er verwies auf eine gedämpfte Entwicklung bei Geschäftsklima, Konsum und Investitionen. Für die nächsten Jahre prognostiziert das ifo Institut eine leichte Erholung (Stand: Herbst 2025). Als wesentliche Ansatzpunkte für eine Reformagenda nannte Fuest Innovation, Bürokratieabbau, Reformen von Bürgergeld bzw. Grundsicherung sowie den Abbau von Handelshemmnissen für Dienstleistungen innerhalb der EU. „Besser als Gemüse – perfekt im Glas verpackt“ Boris Varchmin, Co-Founder und Geschäftsführer von Completeorganics, präsentierte mit fermentiertem Bio-Gemüse eine Erfolgsgeschichte. In nur fünf Jahren konnte das Unternehmen seinen Umsatz verzehnfachen. Die Produkte sind inzwischen in rund 5.000 Bioläden, Reformhäusern und Supermärkten gelistet, exportiert wird in neun Länder. Fermentation, so Varchmin, vereine gesundheitsfördernde Aspekte mit langer Haltbarkeit – ohne Pasteurisierung und Konservierungsstoffe. Für Completeorganics war die Glasverpackung von Anfang an gesetzt. Eine neue Rahmenordnung für Verpackungen – wie weit reicht die PPWR? Dr. Carl Dominik Klepper, Vorstandsvorsitzender der Allianz Verpackung und Umwelt (AVU), ordnete die PPWR (Packaging and Packaging Waste Regulation) ein, die seit Februar 2025 in Kraft ist – viele Bestimmungen sind für 2030 und später vorgesehen. Im Zentrum stehen Recyclingfähigkeit, Minimierung, Rezyklategehalt und Mehrwegfähigkeit. Ab 2030 muss jede Verpackung recyclingfähig sein; bei weniger als 70 Prozent droht ein Vermarktungsverbot. Klepper betonte, dass die Glasindustrie aufgrund des hohen Altglasscherben-Einsatzes in puncto Recyclingfähigkeit gut aufgestellt sei. Beim Thema Mehrwegquoten sei vor allem der Handel gefragt: Ab 2030 müssen Endvertreiber mit über 100 m² Verkaufsfläche mindestens 10 Prozent Mehrweg im Angebot haben, 2040 soll diese Quote auf 40 Prozent steigen. Cyberkriminelle im Darknet Nach der Mittagspause sensibilisierte IT-Sicherheitsexperte Tobias Schrödel das Publikum für die Gefahren der Cyberwelt – anschaulich und mit humorvollen Elementen. Viele Angriffe begännen über E-Mails mit Anhängen und täuschend ähnlichen Absenderadressen. Sein Appell: genau hinschauen, im Zweifel nachfragen. Zu den wichtigsten Schutzmaßnahmen zählen starke, einzigartige Passwörter, Zwei-Faktor-Authentifizierung und Passwortmanager. Wandel verstehen – Wachstum gestalten: Shopper-Bedürfnisse neu denken Anna-Katharina Kraus, Senior Director Insights & Future Growth bei YouGov Shopper, beschrieb zentrale Trends rund um Shopper-Bedürfnisse: zunehmende Polarisierung und Zukunftspessimismus – und als Reaktion darauf den Wunsch nach mehr Lebensfreude und Genuss, verbunden mit Selbstoptimierung, Resilienz und mentaler Gesundheit. Im Trend liegen alkohol- und zuckerfreie Produkte sowie funktionale Drinks. Ready-to-Drink-Getränke in der Glasflasche gewinnen weiter Käufer. Im ersten Halbjahr 2025 profitierten vor allem Premium-Hersteller und Premium-Handelsmarken von Umsatzzuwächsen. Verpackungsentwicklung – Herausforderungen und Chancen für die Behälterglasindustrie Maxi Hoyer, R&D Packaging Developer bei der Carl Kühne KG, beschrieb am Beispiel der klassischen, ikonischen Dressingflasche von 1973 den Verpackungsentwicklungsprozess bei Kühne – angefangen beim direkten Konsumentenfeedback, das in die Verpackungsentwicklung einfloss, bis hin zu einem umfassenden Anforderungsprofil an Funktionalität, Wirtschaftlichkeit und Markenwirkung der neuen Glasflasche. Das Ergebnis: eine moderne Dressingflasche mit 28 Prozent weniger Glasgewicht, die jährlich 984 Tonnen Glas einspart und Platz für 192 zusätzliche Flaschen auf einer Palette ermöglicht. Ein weiterer positiver Effekt: Das neue Design fördert den Kaufimpuls. Weitere Infos und Impressionen finden Sie auf unserer Website. |