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Was Sie schon immer über das Verpackungsmaterial Glas wissen wollten …

Sie wollen mehr über das Verpackungsmaterial Glas und seine Anwendungsgebiete wissen? Dann sind Sie hier genau richtig. Wir haben für Sie interessante Fragen und Antworten rund um das Thema Glas zusammengestellt.

Woraus besteht Glas?

Die Rohstoffe, die zur Herstellung von Behälterglas benötigt werden, sind etwa 70 Anteile Quarzsand (SiO2), 13 Anteile Soda (Na2O) und 10 Anteile Kalk (CaO); ferner geringe Anteile an Dolomit, Feldspat, Pottasche sowie verschiedene Metallionen zur Färbung des Glases.

Was Glas von zahlreichen anderen Werkstoffen unterscheidet, ist die Tatsache, dass die benötigten anorganischen Rohstoffe nahezu unbegrenzt in der Natur vorkommen. Darüber hinaus dient Glas sich selbst in Form von Altglasscherben als Rohstoff. Denn Glas lässt sich beliebig oft einschmelzen und zu neuen Flaschen und Gläsern verarbeiten – ohne den geringsten Qualitätsverlust.

Seit wann gibt es Glasbehältnisse?

Glas ist eines der ältesten Materialien, das sich der Mensch im Laufe seiner Entwicklung zu Nutze gemacht hat. Archäologische Funde datieren zurück bis in die Steinzeit um 7.000 vor Christi Geburt. Bereits 3.000 Jahre v. Chr. wurden in Mesopotamien bzw. Ägypten die ersten Gegenstände aus Glas hergestellt, damals noch hauptsächlich für dekorative Zwecke.

Etwa eintausend Jahre später folgte in Ägypten die Produktion der ersten gläsernen Gebrauchsgegenstände, also Becher, Schalen und Flaschen. Die Idee, Glasbehälter durch das Aufblasen mithilfe einer Glasmacherpfeife herzustellen, entstand im ersten nachchristlichen Jahrhundert im syrischen Raum. In der Folge kam diese Technik nach Italien und Gallien und mit den Römern auch in das damalige Germanien. Einige Jahrhunderte später etablierte sich Venedig als Zentrum der europäischen Glasmacher, wobei erstmals Scherben aus Altglas für die Produktion eingesetzt wurden.

Was bedeuten die Zahlen und Zeichen auf den Flaschenböden?

Wer sich die Rundung im unteren Teil eines Glasbehälters im Übergang zum Boden genau anschaut, wird eine Reihe von kleinen Zahlen, Zeichen und Symbolen bemerken, die dort in Form von erhabenen Reliefstrukturen angebracht sind.

Diese auf den ersten Blick wie Hieroglyphen aussehenden Symbole geben nicht nur darüber Auskunft, in welchem Glaswerk die Flasche hergestellt wurde, sondern sogar wann und auf welcher Maschine.

Jedes Glaswerk hat nämlich eine bestimmte Marke, oft ein Symbol oder ein Buchstabe – das sogenannte Hüttenzeichen (englisch: punt mark). Allein in Deutschland produzieren 32 Glaswerke Verpackungen für Getränke und Nahrungsmittel:

Hüttenzeichen aus Deutschland (Stand: Oktober 2007):

Ardagh Glass GmbH

Werk Drebkau: 21

Werk Lünen: 22

Werk Bad Münder: 23

Werk Neuenhagen: 24

Werk Nienburg: 25

Werk Wahlstedt: 27

Werk Obernkirchen: 28

Werk Germersheim: 29

 

 

Bayerische Flaschen-Glashüttenwerke Wiegand & Söhne GmbH & Co. KG, Steinbach am Wald und Großbreitenbach

 

Glaswerk Ernstthal GmbH, Ernstthal

 

 

HEINZ GLAS GmbH, Werk Kleintettau

 

 

Heinz Glas GmbH, Werk Piesau (ehem. GTP-Glaswerk Piesau GmbH)

 

Noelle + von Campe Glashütte GmbH, Boffzen

 

 

alt für Heye-Glas GmbH, Obernkirchen & Germersheim (mittlerweile Ardagh Glass GmbH) 

 

 

O-I GLASSPACK Germany GmbH & Co. KG, Glashütte Achern

 

 

O-I GLASSPACK Germany GmbH & Co. KG, Glashütte Bernsdorf

 

 

O-I GLASSPACK Germany GmbH & Co. KG, Glashütte Düsseldorf

 

 

O-I GLASSPACK Germany GmbH & Co. KG,Glashütte Holzminden

 

 

O-I GLASSPACK Germany GmbH & Co. KG, Glashütte Rinteln

 

 

alt für P-D Industries GmbH, Glaswerk Freital

 

 

neu für P-D Industries GmbH, Glaswerk Freital

 

 

alt für PLM Glashütte Bad Münder (mittlerweile Ardagh Glass GmbH)

 

 

alt für DNL Behälterglas, Glashütte Drebkau (mittlerweile Ardagh Glass GmbH)

 

 

alt für Lüner Glas, Glashütte Lünen (mittlerweile Ardagh Glass GmbH) 

 

 

alt für Nienburger Glas GmbH & Co. KG, Glashütte Nienburg, Neuenhagen, Schleiden und Wahlstedt, (mittlerweile Ardagh Glass GmbH) 

 

 

alt für Rexam Glass Germany (mittlerweile Ardagh Glass GmbH)

 

 

 

alt für SGD Kipfenberg GmbH, Kipfenberg

 

 

neu für SGD Kipfenberg GmbH, Kipfenberg

 

 

Saint-Gobain Oberland AG, Bad Wurzach, Neuburg, Essen, Wirges

 

 

Gerresheimer Lohr GmbH (ehemals Spessart Glas), Lohr am Main

 

 

 

Gerresheimer Tettau GmbH (ehemals Tettauer Glashüttenwerke), Tettau

 

 

Thüringer Behälterglas GmbH, Schleusingen

 

 

Weck Glaswerk GmbH, Bonn

 

 

Gerresheimer Essen GmbH (ehemals Wisthoff), Essen

 

 

Neben der Herkunft lässt sich jedoch noch mehr am Flaschenboden ablesen:

· Das Nennvolumen: Es wird in Milliliter, Zentiliter oder Liter angegeben. Zum Beispiel 0,25 l.

· Das Herstellungsjahr: eine zweistellige Zahl, zum Beispiel 98 für 1998.

· Die Nummer der Form, in der die Flasche produziert wurde: eine ein- oder zweistellige Zahl.

Rätselhaft erscheinen mehrere Pünktchen, oft auf der gegenüberliegenden Seite der oben beschriebenen Markierungen. Sie sind ein Lesecode, der dem Glaswerk ebenfalls verrät, in welcher Form die Flasche produziert wurde. Es lohnt sich also, einmal genau hinzuschauen, und mit etwas Glück stammt die Flasche in den eigenen Händen ja vom Glaswerk nebenan.

Kommen nur Flaschen in die Altglascontainer?

Nein, auch andere Glasbehälter kommen in den Altglascontainer, z. B. Glasverpackungen für Babynahrung, Senf, Joghurts, Parfums und Kosmetik gehören in die Container.

Wohin mit den anders farbigen Flaschen (z. B. blaue Flaschen)?

Sie sollten in jedem Fall in die Container für Grünglas gegeben werden. Denn im Vergleich zu den anderen Glasfarben können bei grünem Glas wesentlich mehr Fehlfarben beigemischt werden, ohne dass die Qualität des neu produzierten Glases darunter leidet.

Auf gar keinen Fall dürfen farbige Flaschen im Weißglas-Container landen, denn Weißglas verträgt keine Farbfehlwürfe. Auch Braunglas sollte von anderen Farben verschont bleiben. Grünes Glas hingegen ist unempfindlicher. Entscheidend dafür ist die Chemie: Die grüne Farbe entsteht durch die Ionenfärbung eines Chrom- und Eisenoxides. Die Braunfärbung basiert auf der sogenannten Schwefel-Kohle-Gelb-Färbung (Sulfiditische Färbung). Hier liegt eine Redox-Reaktion von elementarem Kohlenstoff und Natriumsulfat mit Bildung des Farbgebers, des Chromophors (FeSO3), zugrunde.

Einzig die Grünfärbung ist in der Lage, andere Farben wie z. B. Blau (Kobalt, Kupfer oder Nickel als färbende Metallionen) zu "übertünchen". Deshalb bleiben die neu produzierten grünen Behälter stets makellos, auch wenn ein paar blaue Altglas-Scherben in den Produktionsprozess miteinfließen. Daher gilt: blaue, rote und andere bunte Flaschen gehören in den Container für grünes Glas.

Darf jedes Glas in die Container?

Nein, Fensterglas, Glühlampen, Kristallglas, Neonröhren oder feuerfestes Glas wie Ceran-Kochfelder dürfen nicht in den Container. Diese Glassorten haben unterschiedliche Schmelzpunkte und Materialzusammensetzungen und sind somit für Behälterglas nicht verwendbar.

Allgemein gilt: Glas ist nicht gleich Glas. In manchen Fällen leuchtet dies sofort ein: Sicherheitsglas bricht anders als eine Sektflasche, Auflaufformen zerspringen nicht in der Hitze, Fensterglas ist nicht UV-durchlässig, die Glühbirne hat eine Glashülle, Neonröhren dagegen eine trübe Glashaut, dann gibt es noch halbtransparente Gläser, milchige Flaschen usw.

Viele der aufgeführten Beispiele sind Sondergläser, die eine andere chemische Zusammensetzung haben und sich somit mit dem normalen Behälterglas (für den Fachmann: das klassische Kalk-Natron-Glas) nur bedingt vertragen.

Fensterglas

ist dem Behälterglas chemisch sehr ähnlich, es fällt in die Kategorie Flachglas. Es gehört aber dennoch nicht in den Glascontainer, sondern wird über den Handwerksbetrieb oder über einen Wertstoffhof entsorgt. Je moderner die Fenster, umso mehr für das Auge unsichtbare Schichten wurden aufgedampft, um Wärmeverluste zu senken.

Autoglas

fällt in die Kategorie Flachglas. Windschutzscheiben aus Verbundssicherheitsglas besitzen zum Beispiel eine Zusatzschicht, die die Aufbereitungsmethode sehr speziell macht. Dies erfolgt in Flachglasaufbereitungsanlagen. Autoglas gehört daher nicht in den Glascontainer, sondern wird über den Handwerksbetrieb oder über einen Wertstoffhof entsorgt.

Kristallglas

Kristallglas fällt durch eine hohe Brillanz auf. Man findet es in Lüstern und früher auch in "schönen, meist schweren" Trinkgläsern. Die Brillanz entsteht durch ein Bleioxid, das fest in der Glasmatrix eingeschlossen ist und somit auch nicht auf den Inhalt übergeht, einfallendes Licht aber anders bricht. Wird das Kristallglas jedoch mit eingeschmolzen, so geht das Oxid in die Schmelze über. Kristallglas gehört daher in den Restmüll.

Hochfeuerfeste Gläser: Laborglas, Ceran, Pyrex etc.

Hochfeuerfeste Gläser enthalten als Glasbestandteil Boroxiden. Der Erweichungspunkt der Gläser liegt deutlich über dem von Kalk-Natron-Glas. Da diese Behältnisse meistens ebenso transparent wie normales Weißglas sind, lassen sie sich in einer Aufbereitungsanlage normalerweise nicht heraussortieren und gelangen mit in die Glasschmelze. Dort schmelzen sie langsamer auf als die anderen Scherben oder gar nicht und führen dadurch zu Einschlüssen. Diese Flaschen mit Einschlüssen werden als Ausschuss aussortiert, da sie eine erhöhte Bruchgefahr aufweisen – aufgrund uneinheitlicher Spannungsverhältnisse im Glas. Hochfeuerfeste Gläser gehören einfach in den Restmüll, falls kein städtischer Wertstoffhof dieses Glas annimmt.

Und was soll noch nicht in die Container?

Steingutflaschen, Keramik oder Porzellan. Diese Fremdstoffe können in den Aufbereitungsanlagen nur schwer vom Altglas getrennt werden. Da sie nicht aufgeschmolzen werden, bilden sie in neuen Glasbehältern Einschlüsse, die die Qualität beeinflussen.

Welche Qualität hat recyceltes Glas?

Glasverpackungen aus Recyclingglas haben die gleichen Eigenschaften wie Glasbehälter, die aus primären Rohstoffen hergestellt werden. Beim Glasrecycling bleibt also die ursprüngliche Qualität des Glases in vollem Umfang erhalten. Qualitätseinbußen, wie beim Recycling anderer Materialien, gibt es bei Glas nicht. 

Dies wird verständlich, wenn man sich den Unterschied zwischen der Herstellung von Glas aus primären Rohstoffen und der Herstellung von Glas aus Altglas (letzteres bezeichnen wir als Recycling) klarmacht: Die Glasschmelze aus primären Rohstoffen ist ein chemischer Umformungsprozess, in dessen Verlauf die Karbonate, aus denen fast alle Glasrohstoffe bestehen, in Oxide umgewandelt werden. Diese Oxide bilden die sogenannte Glasmatrix und verleihen dem Glas seine Eigenschaften.

Wo entsorge ich Computer-Monitore oder Fernsehbildschirme?

Fernseher und Monitore unterliegen der Elektronikschrottverordnung. Fachbetriebe sollten die Zerlegung in Einzelteile vornehmen: Gehäuse aus Kunststoff, Bildschirm- und Konusglas sowie Elektronikschrott.

Für Schirmglas, Trichterglas, ganze Röhren und Mischglas zur Reinigung aus Bildschirmen schließt sich ein neuer Glasrecyclingkreislauf. Es wird nach Einzelabstimmung zwischen Abfallerzeuger bzw. Anbieter und dem Abnehmer zurückgenommen und wieder eingeschmolzen.

Warum kann nicht alles in einem Container gesammelt werden? Die Technik ist doch heute schon so weit, alles zu trennen.

Leider nicht. Eine Trennung ist möglich, aber mit einer Geschwindigkeit, die viel zu langsam ist. Ferner verursacht das Trennen deutlich Mehrkosten, und es geht dennoch viel Glas verloren. Es ist bezeichnend, dass über 90 Prozent des Altglases in Deutschland über Drei-Farb-Container erfasst werden.

Wird nicht das von den Verbrauchern mühsam nach Farben getrennte Altglas im Abholfahrzeug oder beim Recycler wieder zusammengeworfen?

Mancher Verbraucher glaubt, sein sorgfältig nach Farben getrenntes Altglas werde beim Transport wieder zu einem kunterbunten Farben-Mischmasch vermengt. Weit gefehlt: Drei-Kammer-Fahrzeuge sorgen dafür, dass das Altglas auf dem Weg zu den Aufbereitungsanlagen und weiter zu den Glaswerken absolut farbrein bleibt.

Die Farbtrennung, die an den Wertstoffsammelstellen ihren Anfang nimmt, wird in der Tat bis zur Wiederverwertung der Altglasscherben in den Glaswerken beibehalten. Nach den Verbrauchern sind es die Entsorgungsunternehmen, die in diesem Punkt in der Pflicht stehen. Zum Transport des Altglases benutzen sie unter anderem Drei-Kammer-Fahrzeuge, deren Ladefläche für die Glasfarben weiß, braun und grün in drei Bereiche aufgeteilt ist. Das Fassungsvermögen dieser LKWs liegt etwa zwischen 10 und 20 Tonnen.* Je nach Fahrzeugtyp ist die optimale Anordnung so angepasst, dass auch beim Entladen eine bestmögliche Beibehaltung der Farbtrennung gewährleistet ist und Weißglas am wenigsten verunreinigt wird.

Um den Verbrauchern die Farbtrennung beim Transport zu dokumentieren, gehen immer mehr Entsorgungsunternehmen inzwischen dazu über, ihre Fahrzeuge entsprechend zu kennzeichnen. So werden die verschiedenen Kammern etwa an der äußeren Ladefläche mit Linien oder Farbanstrichen markiert. Einige Fahrzeuge haben sogar Bullaugen in der Außenwand, die einen Blick ins Innere der Ladefläche erlauben.

Aus Gründen der Wirtschaftlichkeit und der Effizienz sind die Partner im Glasrecycling darauf bedacht, das Altglas im Recyclingprozess zu jedem Zeitpunkt nach Farben getrennt zu halten. Farbgetrenntes Altglas ist ein viel hochwertigerer Sekundärrohstoff als farbgemischtes. Farbtrennung ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für den funktionierenden Rohstoffkreislauf im Bereich Behälterglas.

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